Technologieeinsatz im Gesundheitswesen - Kurzvorstellung des E-Health Gesetzes

Rund 20.000 Menschen in Deutschland verlieren jedes Jahr ihr Leben, weil den behandelnden Ärzten keine Informationen zu Medikamentenunverträglichkeiten sowie gefährlichen Wechselwirkungen vorliegen. Das sind 20.000 Tode, die vermieden werden können! Und zwar durch das 2015 beschlossenes E-Health- Gesetz [1].

Das E-Health Gesetz auf dem Vormarsch bis Mitte 2018

Das E-Health-Gesetz soll die digitale Vernetzung des Gesundheitswesens in Deutschland vorantreiben. Dazu gehört neben der benötigten Telematik-Infrastruktur für Krankenhäuser und Arztpraxen, auch die bessere Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) [2]. Diese wird zwar bereits offline genutzt, hat in Zeiten der Digitalisierung aber noch viel ungenutztes Potenzial.

Digitale Gesundheitsdaten können Leben retten

Wozu der Aufwand? In Kürze: Um Behandlungen und Therapien besser abstimmen und im Notfall schneller helfen zu können. Zum Beispiel sterben in Deutschland immer noch zu viele Menschen an lebensgefährlichen Arzneimittelwechselwirkungen. Gehören Sie zum Beispiel zu denjenigen, die drei oder mehr Medikamente einnehmen müssen? Dann haben Sie seit diesem Jahr Anspruch auf einen Medikationsplan. Mit dem Medikationsplan sieht jeder behandelnde Arzt auf einen Blick, welche Arzneimittel Sie aktuell einnehmen. So können potentielle gefährliche Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten reduziert werden. Ab 2018 soll dieser auf Ihrer eGK gespeichert und damit sowohl für Sie selbst als auch für alle behandelnden Ärzte unmittelbar abrufbar sein [2].

 Auf Wunsch des Versicherten können ab 2018 auch medizinische Notfalldaten auf der eGK gespeichert werden. Wichtige Informationen, wie zum Beispiel Blutgruppe, Allergien oder Vorerkrankungen, wären so im Ernstfall schnell verfügbar. All diese Daten soll jeder Versicherte einsehen und selbst verwalten können. Dazu ist ein persönliches elektronisches Patientenfach vorgesehen. Hier könnten auch eigene Daten abgelegt werden, wie zum Beispiel Blutzuckermessungen oder Daten aus Fitness-Wearables [3].

Sie als Patient stehen im Mittelpunkt

Wie funktioniert das Ganze in der Praxis? Stellen Sie sich vor, Sie haben online Zugriff auf Ihre elektronische Patientenakte. Sie können alle Informationen, die Ihre Ärzte über Sie zusammenstellen, selbst abrufen. Seien es Arztbriefe, ihr Medikationsplan oder der Termin der letzten Untersuchung. Ebenso können Sie Ihrem Arzt direkt Ihre Gesundheitsdaten zukommen lassen, so zum Beispiel Blutdruck oder Blutzuckerwerte. Ihr Arzt könnte per Ferndiagnose Ihre Therapie beobachten und die Medikation anpassen. Sie sparen sich den Gang in die Praxis und die Zeit im Wartezimmer, bei gleichbleibender Versorgungsqualität.

 Sollten Sie jemals einen medizinischen Notfall haben, könnte jedes Krankenhaus über Ihre Gesundheitskarte die wichtigsten Daten sofort einsehen und Ihnen beispielsweise unmittelbar die richtige Bluttransfusion oder lebenswichtige Medikamente geben. Das Wichtigste dabei: Sie allein entscheiden darüber welche Daten gespeichert werden und wer sie einsehen darf [2].

Starre Strukturen und Datenschutzbedenken behindern zügigen Ausbau

Trotz aller Vorteile, welche die digitale Gesundheitsversorgung birgt, geht der Ausbau schleppend voran. Ein wesentlicher Grund dafür ist laut einer Analyse des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) die zu starre gesetzliche Regulierung. Diese schließt zum Beispiel Fernbehandlungen kategorisch aus, was besonders im ländlichen Raum das Behandlungspotenzial erheblich einschränkt.

Darüber hinaus spielen Bedenken beim Datenschutz natürlich eine Rolle. Die komplizierten datenschutzrechtlichen Regelwerke im Gesundheitsbereich behindern die Entwicklung von lebensrettenden digitalen Lösungsansätzen. Wären zum Beispiel die notwendigen Daten der eGK für alle behandelnden Ärzte verfügbar, könnten diese schneller handeln und ihre Therapien besser abstimmen.
Alternativen zur eGK sind vorhanden, bieten jedoch keinen Mehrwert hinsichtlich einer Verbesserung oder Effizienzsteigerung. Die gängige Alternative zur eGK ist die allgegenwärtige Gesundheitskarte in Papierform [4].

Der Ausbau der medizinischen Ferndiagnosen bedarf zum einen den datenschutzkonformen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten im Rahmen eines ausgefeilten Datenschutzkonzeptes. Zum anderen werden zukünftig medizinische Geräte benötigt, die eine verlässliche Diagnose zulassen und alltagstauglich für den Anwender sind. Die EKG-basierte Messung mesana verbindet die beiden Herausforderungen des digitalen Wandels im Gesundheitswesen und befindet sich im Jahr 2018 auf dem Weg hin zur Medizinzulassung.

Literaturverweise

Möchten Sie mehr über mesana erfahren oder haben Interesse an einem gemeinsamen Projekt? Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf.